Eine kurze Geschichte
   
   
  Die Karte, auf der die "Villa Scacciapensieri" erstmals verzeichnet ist, geht auf das Jahr 1812 zurück. Zu jener Zeit bestand der Besitz aus drei Gebäuden. Der genaue Ursprung verliert sich im Dunkel, ist aber um das Jahr 1800 herum zu vermuten. Die Villa war einer der vielen Sommerlandsitze des gehobenen Bürgerstandes, der u. a. hier auf dem "Colle della Capriola" (Rehhügel) - so hieß die Gegend Scacciapensieri früher - einen Platz suchte, um sich die "Sorgen zu vertreiben" (scacciare i pensieri), ganz im Sinne des berühmten "Sanssouci".

Aus den Dokumenten geht hervor, daß der Besitz Scacciapensieri im Jahre 1830 der Familie Barbieri Bassani gehörte, auf die vielleicht auch der Bau der Villa selbst zurückgeht. Das Gutshaus des dazugehörenden Landguts stammt sogar aus dem 15. Jhd. (es handelt sich hierbei um das restaurierte, turmbewehrte Landhaus hinter dem Hotel, das heute nicht mehr zum Besitz gehört).

Aus der Zeit der Familie Barbieri Bassani stammen sowohl das Fresko des Sieneser Malers Angelo Visconti (1829-1861), das noch heute in der Eingangshalle der Villa zu bewundern ist, als auch die alte Familienkapelle (neben dem damaligen Wohnzimmer, dem heutigen Kaminzimmer/Bar), auf deren Altar sich ein Mariengemälde befindet, das vielleicht dem Umkreis Gerrit van Honthorsts zugeschrieben werden kann.

1880 ging der Besitz an Pasquale Franci (1829-1908) über, den bekannten Kunstschmiedemeister, der gegen Ende des Jahrhunderts durch seine Kunstschmiedearbeiten in ganz Europa berühmt wurde. Seine schmiedeeisernen Tore schmücken noch heute Villen (u. a. Villa Scacciapensieri!), Kathedralen und Königshäuser; einige seiner Werke werden in berühmten Museen ausgestellt.

1930 erwarb die Familie Nardi die Villa, zunächst als ihren privaten Wohnsitz. Riccardo Nardi (1878 - 1958) hatte zehn Jahre lang das älteste und eins der besten Hotels Sienas geleitet, den "Aquila Nera" ("Schwarzer Adler"). 1934 eröffnete er das Hotel "Villa Scacciapensieri" in der Familienvilla. Noch heute ist es ein Familienbetrieb, der sich erfolgreich gegenüber der Kettenhotels behauptet und von Riccardo Nardis Nachkommen noch heute liebevoll geleitet wird.

Im 2. Weltkrieg erlitten während eines Bombenangriffs auf die Sieneser Bahnlinie zum Glück nur die Nebengebäude der Villa Schaden (der sogenannte "Villino", wo sich damals die Remise und Reitställe befanden, und die "Limonaia" unter der Sonnenterrasse). In den folgenden Jahrzehnten wurde Hauptgebäude stetig vergrößert und modernisiert, die Nebengebäude wurden nach und nach zu Gästezimmern ausgebaut, wobei der Baustil des ursprünglichen Herrenhauses treu beibehalten wurde.

Die Reihe illustrer Persönlichkeiten, welche die Villa Scacciapensieri seit der Hoteleröffnung besuchten, ist lang und bunt: Man begrüßte hier Könige (wie Karl XVI. Gustav von Schweden; Elisabeth Gabriele Valeri Marie von Belgien; Prinz Rainier III. von Monaco und Grace Kelly), Staatsmänner (wie Sandro Pertini; Carlo Azelio Ciampi; der ehemalige deutschen Bundeskanzler Helmut Schmidt traf sich hier mit Giulio Andreotti), Diplomaten, Unternehmer (hier ist besonders die unvergeßliche Barbara Hutton hervorzuheben, die Besitzerin der Woolworth-Kette, die sich über die seltsamen "Schornsteine" San Gimignanos wunderte), Regisseure und Schauspieler (wie Mario Soldati, Tyrone Power, Vittorio Gassmann, Alida Valli…), Künstler und Musiker (wie Andrès Segovia, Zubin Mehta, Mischa Maiski, Uto Ughi und Fabio Concato). Unter den Musikern ist besonders der Maestro Alfredo Casella (1883 - 1947) hervorzuheben (eine Gedenktafel hängt im Kaminzimmer der Villa), der in der Ruheoase Scacciapensieri einige seiner besten Werke komponierte. Ein weiterer besonderer Gast war die Mutter von Antoine de Saint-Exupèry, die in hohem Alter, als sie kaum noch sehen konnte, die Scacciapensieri aufsuchte, um vom Duft des Blumengartens betört dem toskanischen Treiben zu lauschen.

Wir hoffen, daß Sie Ihren Aufenthalt bei uns ebenso genießen werden!


Ihre Familie Nardi

 
     

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